Frau & Beruf im Fokus: Mit Speed-Mentoring und Poetry Slammerin

Zum ersten Mal ist an der Fachhochschule Südwestfalen eine Poetry Slammerin aufgetreten! Und das im Rahmen eines Workshops für Frauen und Unternehmensvertreter. Gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum Frau & Beruf Hellweg-Hochsauerland der Wirtschaftsförderung HSK hat die Fachhochschule mal ein ganz neues Workshop-Format kostenfrei angeboten – und es war ein voller Erfolg.

Zu Beginn stellte Frau Prof. Dr. Anne Jacobi als Basis des Workshops die wichtigsten Ergebnisse und Erkenntnisse einer südwestfalenweiten Frauenbefragung vor:


  • über 3800 Frauen wurden befragt

  • 76,7 % der Befragten sind berufstätig, 23,3 % arbeiten nicht
    In Vollzeit sind 40,5 % und in Teilzeit 20,8 % tätig, 8,5 % sind auf
geringfügiger Basis beschäftigt
  • 12,5% der befragten Frauen möchten mehr arbeiten!

  • Gründe der Befragten die Region zu verlassen: Es gab kein passendes Studienangebot 36,5 %; Sonstige/Private Gründe 29,1 %; Ich wollte einmal weg aus der Heimat 26,2 %; Es gab kein passendes berufliches Angebot 22,5 %

  • Eine qualifizierte Arbeitsstelle ist einfach zu finden: dieser Aspekt ist für 92,8 % wichtig, aber nur 64,2 % der Frauen sind damit zufrieden

  • Kommunikation von qualifizierten Arbeitsstellen für Frauen (Wichtigkeit 93%/ Zufriedenheit 61%/)

Fazit von Frau Prof. Dr. Jacobi: „Wir haben zum Thema Fachkräftepotential Frauen eine interessante Studie im Auftrag der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Hochsauerlandkreis mbH, Sauerland Initiativ und der Südwestfalen Agentur durchgeführt. Das Resultat der Studie war, dass wir in Südwestfalen ein zusätzliches Potential für den Arbeitsmarkt von weit mehr als 100.000 Frauen haben, das zur Zeit noch nicht genutzt wird. Im Rahmen des Workshops konnte nun mit interessierten Teilnehmern der mögliche Einsatz von Frauen in unterschiedlichen Lebensphasen in qualifizierten Beschäftigungsverhältnissen diskutiert werden."
Diese Ergebnisse der Studie untermauerte außerdem die ehemalige Studentin Uta Biallas, die im Herbst 2017 ihre Masterarbeit zum Thema verfasste und dazu 29 Tiefeninterviews mit Frauen aus der Region durchführte.

So viele Fakten mussten die 40 Teilnehmer aus über 20 Unternehmen erst einmal verarbeiten: Dazu gab es während der gesamten Veranstaltungen amüsante und charmante Auftritte der Poetry Slammerin Dominique Macri. Sie sorgte mit thematischen Gedichten für viele Schmunzler und brachte das Thema und die Herausforderungen immer wieder gekonnt auf den Punkt. Hier ein Textauszug:

„Ihr hörtet als erstes Ergebnisse der Studie
Zu Situation, Bedürfnissen und Perspektiven
Was Mitarbeiterinnen wünschen

- und Unternehmen bieten
Ist nicht immer leicht in Einklang zu kriegen

3800 Frauen aus Südwestfalen

Legen Wert auf Urlaub in Notlagen

Auf Weiterbildung und flexiblen Wiedereinstieg
Unterstützung bei Pflege von Opa und Kind

Auf Kommunikation, Sicherheit und Infrastruktur
Mentoring und Coaching- Kultur

Denn ganze 30% würden gern mehr arbeiten

dafür braucht es Bedingungen, die genau das erleichtern
Daraufhin die Ergebnisse der Interviews

Die zeigen es ist grad im Ländlichen diffus

Und schwierig Kinder und Arbeit gleich zu stellen
Es fehlt in der Gegend an Teilzeitstellen

Um die Work- Life Wippe in Balance zu halten
Braucht’s Engagement der Unternehmen -
dann lässt sich das halten

Über Home-Office und Freizeitmöglichkeiten,
Flexible Arbeit und Betreuungszeiten
Diese Region hat Riesenperspektiven

Ohne Frauen am Start, bleiben wohl viele liegen...“

Danach ging es ins sog. „Speed-Mentoring“, dass für alle Teilnehmer etwas ganz Neues war! Unter dem Motto „5 Mentoren – 5 Minuten – 5 Themen“ wurde eifrig diskutiert und die Mentoren stellten dabei die Sichtweisen des Unternehmertums den Wünschen und Bedürfnissen von Frauen gegenüber. Dabei standen folgende 5 Themen im Fokus:
1) Bedürfnisse und Machbarkeit
Welche Möglichkeiten werden Frauen am Arbeitsplatz geboten und was brauchen/wünschen Frauen?
2) Mangelnde Betreuungsmöglichkeiten
3) Flexibilität vs. Effektivität

Wie viel Homeoffice oder flexible Arbeitszeiten sind möglich und wirklich nötig?
4) Sonderurlaub und Freistellung in Notfällen

5) Weiterbildung/ Fortbildung

Die 5 Speed-Mentoren:
Manuela Franke, Dr. Becker Klinik (Möhnesee) Mario Polzer (Josefsheim Bigge) 
Stephan Grawinkel (Hochsauerlandkreis) Saskia Haardt-Cerff, Südwestfalen Agentur) Hans-Georg von Raay (Seniorenresidenz Brilon)

„Es gibt eine große Vielzahl an Veranstaltungen für Unternehmen. Die Fachhochschule in Meschede und das Kompetenzzentrum Frau & Beruf möchten mit solchen kurzweiligen Vormittagsveranstaltungen Wissen vermitteln und gemeinsam mit Unternehmen und Mitarbeiter/innen Strategien entwickeln, um dem Fachkräftemangel hier in der Region entgegenzuwirken“, so Katja Cramer, Projektleiterin und Moderatorin der Veranstaltung.

Das Kompetenzzentrum Frau & Beruf Hellweg-Hochsauerland bietet neben interessanten Veranstaltungen in der Region z. B. auch die Zertifizierung zum „Familien-Freundlichen Unternehmen“ an, zu dem sich interessierte Unternehmen im HSK noch bis zum 06.07.2018 anmelden können, Ansprechpartnerin Projektleiterin Katja Cramer, Tel. 0291-941337 oder katja.cramer@hochsauerlandkreis.de.

Quelle: Kompetenzzentrum Frau & Beruf Hellweg-Hochsauerland, Stand: 21.06.18