Die Liste der herausragenden Ideen für die Zukunft Südwestfalens wächst. Im Rahmen der REGIONALE 2025 hat der zuständige Ausschuss bei seiner Sitzung im Soester Kreishaus einem Vorhaben den zweiten Stern zugesprochen und fünf weitere mit dem ersten von insgesamt drei möglichen Sternen ausgezeichnet. Darunter ein "Zentrum Digitale Pflege", ein Digitaler Dorftreff und eine Arbeit für das Gewerbegebiet der Zukunft.

"Der Anspruch an die Projektträgerinnen und Projektträger der Region ist groß", sagte die Soester Landrätin Eva Irrgang, die derzeit als Aufsichtsratsvorsitzende der Südwestfalen Agentur fungiert. "Sie sollen Vorhaben mit der Südwestfalen-DNA - digital, nachhaltig, authentisch - kreieren, die den Menschen und gerade den nachfolgenden Generationen in unserer Region langfristig helfen. Ich bin froh zu sehen, wie die DNA in den unterschiedlichsten Lebensbereichen von den Projektträgern mit Leben gefüllt wird." Ein Jahr nach dem Start der kreativen Phase der REGIONALE 2025 hat der Ausschuss bereits 20 Projektideen ausgezeichnet.

"Partner suchen und Blickwinkel erweitern"

"Lieber ein Gespräch mehr als eins zu wenig" lautet ein Zwischenfazit von Hubertus Winterberg und Dr. Stephanie Arens von der Südwestfalen Agentur. Die Agentur kümmert sich mit den Südwestfalen-Beauftragten in den Kreishäusern um die auflaufenden Fragen der ProjektträgerInnen und sucht Verknüpfungspunkte mit anderen Ideen und Partnern in der Region. "Egal, um welche Idee es geht: Sie wird besser, wenn sie sich aus dem stillen Kämmerlein hinaustraut", sind sich Arens und Winterberg einig. "Suchen Sie sich Partner oder Fürsprecher für Ihre Idee, erlauben Sie auch kritische Meinungen zu Ihrem Vorhaben und andere Blickwinkel. Es wird dem Projekt auf jeden Fall guttun."

Nach der Empfehlung des Beirats zeichnete der REGIONALE-Ausschuss, in dem unter anderem die südwestfälischen Landräte sowie Vertreter aus Kommunen und des Landes NRW sitzen, fünf Ideen mit dem ersten Stern aus. Bei drei Sternen wird das Projekt gefördert und umgesetzt. Neu auf diesem Weg sind:

•    Projekt "Zentrum Digitale Pflege"

Die Wirtschaftsförderung Kreis Soest GmbH möchte mit dem Projekt eine Antwort auf Versorgungslücken im Gesundheitswesen geben unter Berücksichtigung des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels in der Pflegebranche. Mit dem "Zentrum Digitale Pflege" soll eine Struktur aufgebaut werden, die Innovationen in der Pflegebranche fördert und Basis ist für digital unterstützte Versorgungsmodelle und ein neues Berufsbild der Branche. 
Das "Zentrum Digitale Pflege" könnte im Ortskern von Bad Sassendorf entstehen und sich aus vier eng zusammenhängenden Bausteinen zusammensetzen. 
1. Der "Care-Working-Space": eine Lern- und Arbeitsumgebung für die Digitalisierung in der Pflegeaus- und -fortbildung sowie Angehörigenqualifizierung. 
2. Das "SWF Care-Lab": Hier denken Wirtschaft und Wissenschaft gesellschaftliche und wissenschaftliche Aspekte zusammen und arbeiten gemeinsam an Prototypen. 
3. Im "Experience-Center" testen Bürgerinnen und Bürger digitale Lösungen, um Berührungsängste abzubauen. 
4. Dezentrale Innovationsstandorte: Sie machen beispielhaft die Anwendung von digitalen Lösungen in der realen Praxis erfahrbar.
Pflege, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft würden nach Ansicht des Projektträgers mit dem "Zentrum Digitale Pflege" einen Ort zur Begegnung mit Technik, Innovationsentwicklung und Vernetzung erhalten, Start-Ups wiederum konkrete Anknüpfungspunkte zur Pflegewirtschaft und umgekehrt.


•    Projekt "Digitaler Dorftreff Dreislar - DDD"

In Medebach-Dreislar soll aus dem Pfarrheim St. Franziskus ein zentraler und digitaler Treffpunkt werden, ein virtueller und physischer Raum für dörfliches Leben. Die St. Franziskus Kirchengemeinde und die Dorfgemeinschaft Dreislar planen eine zentrale Begegnungsstätte aufzubauen, in der sich Jung und Alt treffen und gemein digitale Antworten für modernes Dorfleben entwickeln können. Nach einer Modernisierung und der technischen Ausstattung des Gebäudes könnte hier eine digitale Dorfplattform betreut werden, ein Dorf-Kino im Jugendraum entstehen sowie Lern-, Kommunikations- und Kulturangebote vorgehalten werden (inklusive Übungstagen). Ein ergänzendes Angebot für Telemedizin sowie eine Bestell- und Abholstation für Lebensmittel oder regionale Produkte sowie kirchliche Nutzungen sind in dem Projektvorhaben ebenfalls angedacht.

•    Projekt "Wäster Wohnen Warstein"


Mit dem Projekt "Wäster Wohnen Warstein" soll ein modernes, nachhaltiges und authentisches Wohnquartier geschaffen werden. Am Standort der alten Feuerwehr könnte sich nach den Plänen der Stadt Warstein Mehrgenerationen-Wohnen realisieren lassen für Menschen mit verschiedenen Lebensstilen: um den Lebensalltag der Bewohner zu erleichtern, soziale Teilhabe zu verbessern sowie digital und analoge Verknüpfungen zwischen Jung und Alt herzustellen. Durch die Freilegung und Renaturierung des Flusses Wäster, ökologische Bauweisen sowie eine zentrale Anbindung an das Radwegenetz und den ÖPNV soll eine modellhafte, nachhaltige und authentische Stadtentwicklung betrieben werden. Neben dem Austausch von digitalem Wissen werden in der Projektidee digitale Hilfsmittel genutzt, um das Zusammenleben und Wohnen zu organisieren.


•    Projekt "Stadtmitte 4.0 - Zusammen leben, lernen und arbeiten"

Die Stadt Hemer plant im Stadtzentrum die Bücherei der Zukunft. Sie soll als Digitale Mitte, Dritter Ort und Ort der Wissensvermittlung, Wissensschaffung und Begegnung fungieren. Unter digitaler Bürgerbeteiligung entsteht so nach den Plänen der Stadt ein zentraler öffentlicher Treffpunkt für alle Altersgruppen, der digitales Wissen und analoges Wissen bündelt. So böte sich nach Ansicht der Stadtverwaltung die Chance, die denkmalgeschützte Fabrikantenvilla Prinz zu erhalten und digital sowie nachhaltig für alle Bevölkerungsgruppen zugänglich zu machen und gleichzeitig die Hemeraner Innenstadt zu attraktivieren.

•    Projekt "Nachhaltige Gewerbeflächen-Entwicklung in regionaler Zusammenarbeit"

Im Rahmen einer Machbarkeitsstudie sollen mit fachplanerischer Begleitung innovative Ansätze für ein Gewerbegebiet der Zukunft erarbeitet werden. Das möchte die Gesellschaft zur Wirtschafts- und Strukturförderung im Märkischen Kreis mbH als Projektträgerin an einem konkreten Beispiel aufzeigen. Sie arbeitet dafür mit den benachbarten Städten Iserlohn, Hemer und Menden zusammen. Geprüft werden sollen, wie die gemeinsame Nutzung von zentraler Infrastruktur (Parkraum, Konferenzräume, Co-Working-Spaces, gemeinsame Kantinen, Kitas etc.), die Bündelung von Warenströmen und der Einsatz von umweltfreundlichen und geräuscharmen Transportmitteln für den Anlieferungsverkehr auf das "smarte Gewerbegebiet der Zukunft" einzahlen. Das Ergebnis des Modellprojekts soll auch anderen Kommunen als Unterstützung für eine innovative Gewerbeflächenentwicklung dienen.

Schon einen Schritt weiter ist das Projekt "Institut für Mensch-Technik-Interaktion zur Unterstützung digitalisierter Arbeit", kurz AID. Das Konzept wurde vom Projektträger weiter ausgearbeitet, überzeugte den REGIONALE-Ausschuss und wurde mit dem zweiten Stern ausgezeichnet.

•    Projekt "Institut für Mensch-Technik-Interaktion zur Unterstützung digitalisierter Arbeit"

Das Projekt des ZDW Südwestfalen "Institut für angewandte Mensch-Technik-Interaktion zur Unterstützung digitalisierter Arbeit (AID)" mit dem Standort in Siegen soll den "digitalen Wirtschaftsstandort" Siegen-Wittgenstein bzw. Südwestfalen stärken. Konkret geht es um die qualifizierte Sicherung von Facharbeit im digitalen Wandel, wovon MitarbeiterInnen und Unternehmen gleichermaßen profitieren sollen. Vorhandene AkteurInnen und bestehende Forschungsarbeiten und -projekte sollen gebündelt werden, um Digitalisierung sozial, ökologisch und ökonomisch nachhaltig zu gestalten. Ziel von AID ist die nachhaltige Einrichtung einer physischen Anlaufstelle für angewandte Forschung und Entwicklung im Bereich digitaler Arbeit. Unter dem Dach von AID kooperieren lokale Partner innerhalb der Region. Sie sollen gemeinsam an authentischen Problemstellungen arbeiten, etwa im Rahmen von Qualifizierungsmaßnahmen, Arbeitsgruppen und Umsetzungsprojekten.

Im Rahmen der REGIONALE 2025 werden noch bis mindestens Ende 2021 Ideen gesucht. Weitere Informationen zu den bislang ausgezeichneten Projekten finden Interessierte auf www.suedwestfalen-agentur.com/regionale-2025/projekte

Quelle: Südwestfalen Agentur GmbH, Stand: 09.10.2019