REGIONALE 2025: Ein digitales Lern- und Arbeitszentrum für Soest – zehn weitere Vorhaben ausgezeichnet

Soest bekommt ein digitales Lern- und Arbeitszentrum (DiLAS) mit Vorbildcharakter für die ganze Region. Am Bahnhof in Soest entsteht bis 2025 ein neues Gebäude, in dem Menschen aller Altersklassen zusammen lernen, experimentieren und arbeiten können. Das DiLAS wurde nun mit dem dritten Stern der REGIONALE 2025 ausgezeichnet. Sieben Millionen Euro Fördergelder sollen dies möglich machen. Auch die ersten Schritte eines umfangreichen Mobilitätsprojekts in Menden können starten. Außerdem: Südwestfalen treibt das Thema „Bauen mit Holz“ voran, neue Quartiere könnten entstehen und Südwestfalen ein Lichtkunstfestival bekommen. Diese und weitere Vorhaben hat der REGIONALE-Ausschuss ausgezeichnet, der über die Umsetzung von Projekten für die Zukunft Südwestfalens entscheidet.

Die Anforderungen an digitales Lernen und Arbeiten ändern sich rasant. Mit dem DiLAS entsteht in den kommenden Jahren ein Ort in Soest, an dem das Verständnis für den Umgang mit Digitalisierung wachsen und aktiv genutzt werden soll. Viele Partner wollen daran gemeinsam arbeiten und Synergien nutzen. Die Stadt Soest zieht mit der Volkshochschule in das Gebäude, auch das Stadtlabor aus Soest, das Menschen mit der Digitalisierung vertraut macht, zieht dort ein. Ebenso die Stadtwerke Soest.

Zusammen arbeiten, lernen und experimentieren – das sind die drei großen thematischen Bausteine des DiLAS. Indem unterschiedliche Gruppen wie Start-ups und die Bürgerschaft zusammenwirken und sich einbringen können, entstehen neue Impulse für das gesellschaftliche Miteinander. So können Bürger*innen beispielweise in der VHS neue Technik ausprobieren. Und gleichzeitig im DiLAS an Lösungen für Fragestellungen von VHS-Teilnehmenden gearbeitet werden. Im DiLAS soll Wissen geteilt und ausgetauscht werden.

Den REGIONALE-Ausschuss, in dem Vertreterinnen und Vertreter aus ganz Südwestfalen, der Bezirksregierung Arnsberg sowie den Ministerien des Landes NRW sitzen, hat das Vorhaben überzeugt. Deshalb bekam es den dritten Stern und damit auch die Perspektive für Fördergelder. Rund sieben Millionen Euro könnte das NRW-Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung beisteuern. Damit kann das Projekt umgesetzt werden. Nach einiger Bauzeit soll das DiLAS planmäßig im Jahr 2025 öffnen.

Auf diesem Weg befinden sich zehn weitere Projekte der REGIONALE 2025. Sie wurden vom Ausschuss ebenfalls ausgezeichnet. Darunter ein Lichtkunst-Festival für ganz Südwestfalen, Naturentdeckerorte für Kinder, eine zentrale Anlaufstelle für das Thema „Bauen mit Holz“ in der Region, Ideen, um an der Mobilität der Zukunft zu tüfteln und ein Ko-Dorf.

Unter den weiteren ausgezeichneten Projekten befinden sich drei Projekte, die für ihre tolle Idee ein tragfähiges Konzept entwickelt haben. Daher wurden sie mit dem zweiten Stern ausgezeichnet.

  • 2. Stern: landmobil.2025 – Dorfmobilität der Zukunft (3. Stern für Teilprojekt)
    Kern von „landmobil.2025“ ist es, Dörfer besser an den ÖPNV anzubinden. Und zwar mittels kleiner, automatisiert fahrender Shuttlebusse, E-Bikes und Carsharing-Systeme. Daran arbeiten die Stadtwerke Menden mit vielen Partnerinnen und Partnern, im Dialog mit der Bürgerschaft und mit Tests in Modelldörfern. Das Projekt setzt auf Übertragbarkeit und Transparenz. Von den Erkenntnissen sollen nicht nur Dörfer und Kommunen in Südwestfalen profitieren, sondern weit darüber hinaus.
    Daher ist das Projekt sehr umfangreich und untergliedert sich in zwei Teilprojekte.
    Das Teilprojekt „DEmandäR“ hat vom Ausschuss bereits den dritten Stern erhalten. Hier werden Daten für Karten und Modelle erhoben, die autonom fahrende Fahrzeuge für ihren Betrieb benötigen. Mit dem dritten Stern kann die Grundlagenforschung nun starten. Es wird mit rund 480.000 Euro durch das NRW-Verkehrsministerium gefördert.
    Das zweite Teilprojekt „MOBIx“ erhielt den zweiten Stern. Hier sollen Fahrgäste ein automatisiertes Shuttle buchen können. Dieses kommt dann zu einem Haltepunkt und sammelt die Fahrgäste ein. Dies soll in mehreren Modelldörfern getestet werden. Interessierte Dörfer können sich jetzt dafür bewerben unter www.dorfmobilitaet.de.
     
  • 2. Stern: Projekt "Naturentdeckerorte – Naturerleben für die Jüngsten"
    Für dieses Projekt der REGIONALE 2025 haben sich drei Naturparke der Region zusammengetan. Gemeinsam wollen der Naturpark Sauerland Rothaargebirge, der Zweckverband Naturpark Arnsberger Wald und der Naturpark Diemelsee an verschiedenen Plätzen in Südwestfalen Naturentdeckerorte erschaffen. Hier sollen Kinder und Familien schon bald die heimische Flora und Fauna mit allen Sinnen und auch mit digitalen Hilfsmitteln erkunden können. Durch das neue Angebot wollen die Naturparke junge Menschen für die Natur in der Region und ihren Schutz sensibilisieren, aber auch die touristische Infrastruktur in der Region stärken.
     
  • 2. Stern: Projekt "Natur digital begreifen – Neue Wege in der Umweltbildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung"
    Im Erlebniswald Historischer Tiergarten in Siegen sollen „Jung und Alt“ schon bald spielerisch und mit digitalen Hilfsmitteln einen Blick hinter die Kulissen von Flora und Fauna werfen können. Im Rahmen eines Pilotprojekts will die Universität Siegen das bestehende naturpädagogische Angebot um diverse Mitmachmöglichkeiten und digitale Angebote erweitern. So sollen ganz neue Wege in der Umweltbildung beschritten und Südwestfalen zu einer Vorzeigeregion in Sachen digitaler Umweltpädagogik werden. Nach einer dreijährigen Testphase in Siegen könnte das Angebot auch auf andere Orte in Südwestfalen und in andere Regionen übertragen werden.
     
  • 2. Stern: Projekt „KopfStein“
    Smarte Technik für historische Innen- und Altstädte. Die Cobble AG aus Soest möchte neue Technologien nutzen und es Städten und Gemeinden mit einem patentierten Verfahren ermöglichen, historisches Natursteinpflaster aufzubereiten und vollautomatisch wieder zu verlegen. Denkmalgerecht, barrierefrei und nachhaltig. Möglich machen es der Einsatz von Künstlicher Intelligenz, digitaler Bilderkennung und Robotik. Getestet werden soll das Verfahren in Soest. Die Verantwortlichen suchen weitere Beispielkommunen.
     

Sechs weitere Vorhaben sind ganz neu im Prozess der REGIONALE 2025. Sie erhielten den ersten Stern für eine herausragende Idee.

1- Stern-Projekte

  • 1. Stern: Projekt "5lights@ – Lichtkunstfestival in Südwestfalen“
    Es werde Licht – und das gleich fünf Mal: Unter der Leitung des Kulturbüros im Kreis Siegen-Wittgenstein schmieden Kulturakteure aus ganz Südwestfalen gemeinsam Pläne für das Lichtkunstfestival “5lights@“. Das Festival soll regelmäßig in allen fünf südwestfälischen Kreisen stattfinden und möglichst viele gesellschaftliche Gruppen und Themen aktiv einbeziehen. Das neue Kulturangebot soll den Menschen in der Region einen niedrigschwelligen Zugang zu Kunst und Kultur ermöglichen, aber auch ein Anziehungspunkt für Tagesgäste und Kulturtouristen sein. So könnte “5lights@“ zu einem Meilenstein für die kulturelle Entwicklung und Außendarstellung der Region Südwestfalen werden.
  •    1. Stern: Projekt „Auszeit in Südwestfalen – Kur-Angebote für pflegende Angehörige“
    Gemeinsam mit den Kurorten der Nachbarregion Ostwestfalen-Lippe möchten acht Kur- und Heilbäder in Südwestfalen neue und spezielle Kur-Angebote für pflegende Angehörige schaffen und auch den Zugang zu diesen Maßnahmen vereinfachen. Mit den neuen Reha-Maßnahmen sollen die Pflegenden eine „Auszeit“ vom Alltag nehmen können und so mental und körperlich neue Kraft für ihre wichtige Aufgabe sammeln. Bei dem Projekt der REGIONALE 2025 arbeiten Bad Berleburg, Bad Sassendorf, Brilon, Erwitte, Olsberg, Schmallenberg und Winterberg zusammen. Sie wollen die Region Südwestfalen als Kompetenzregion für die medizinische Rehabilitation von Pflegenden etablieren.
     
  •    1. Stern: Projekt "BusLab Meschede“
    Umweltschonend, kostengünstig, zeitlich wie räumlich flexibel und eine echte Alternative zum Pkw: So sollen die On-Demand-Angebote für den ÖPNV aussehen, die der Regionalverband Ruhr-Lippe im “BusLab Meschede“ testen will. Das Projekt zielt vor allen Dingen darauf ab, Gewerbegebiete besser an die Stadt anzubinden. Das Vorhaben, an dem auch der Hochsauerlandkreis und die Stadt Meschede beteiligt sind, könnte mit seinem innovativen Mobilitätskonzept als Vorbild in Südwestfalen dienen. Geplant ist zum einen, bestehende Verkehrsangebote um bedarfsorientierte und umweltschonende Angebote zu erweitern. Aber auch digitale Hilfsmittel, wie die Ortung von Fahrzeugen auf einer interaktiven Karte oder die Online-Buchung bedarfsgesteuerter Fahrtenangebote sollen getestet werden. 
     
  •    1. Stern: Projekt "KoDorf Erndtebrück“
    In unmittelbarer Nähe des Ortskerns von Erndtebrück soll auf dem Gelände eines alten Sägewerks eine moderne und nachhaltig gebaute Wohnsiedlung entstehen. Die Pläne für das „KoDorf Erndtebrück“ umfassen neben kleinen, ökologischen Holzhäusern auch mehrere Gemeinschaftsgebäude mit einem Coworking-Space, Veranstaltungsflächen und einer gemeinschaftlich nutzbaren Küche. Die Wohnsiedlung soll einerseits ein Anziehungspunkt für gut ausgebildete und überwiegend digital versierte Fachkräfte hier in der Region werden. Aber auch die Bürger*innen von Erndtebrück sollen vom „KoDorf“ profitieren.
     
  •    1. Stern: Projekt Aufbau einer Kompetenz- und Modellregion für das Bauen mit Holz“
    Die Holz- und Forstwirtschaft ist eine der Kernbranchen in Südwestfalen. Durch ein Projekt der REGIONALE 2025 soll das Thema „Bauen mit Holz“ in der Region nun noch mehr gestärkt werden. Das Ziel: Südwestfalen soll zur Vorzeigeregion für die Verwendung von Holz im Bauwesen werden. Bei Privatbauten, in Gewerbe und Industrie und auch den Kommunen. Treibende Kraft hinter dem Projekt ist das „Zentrum HOLZ“ in Olsberg. Aber auch viele weitere Akteure aus der Region wollen sich mit ihren Ideen am Netzwerk beteiligen.
     
  • 1. Stern: Projekt „Quartier Südliche Altstadt (QSA)_Impulse, die verbinden!“
    Im Rahmen der REGIONALE 2025 möchte die Stadt Lippstadt einen Teil des „Quartier südliche Altstadt“ aufwerten und sowohl analog als auch digital mit dem Rest der (Innen)Stadt verbinden. Herzstück des Projekts sind die Pläne für die neue Stadtverwaltung im „Quartier südliche Altstadt“. Klimagerecht gebaut und mit einem offenen Design soll das Gebäude zum Treffpunkt für Bürger*innen und gleichzeitig ein moderner Arbeitsplatz für die rund 400 Mitarbeiter*innen der Stadt werden. Entstehen soll neben dem Neubau der Stadtverwaltung auch ein zentraler, öffentlicher Platz. Plan ist, die Bürger*innen der Stadt aktiv an der Gestaltung des Quartiers zu beteiligen.  


„Die Projektträger erkennen sehr gut, wo Herausforderungen und Chancen für einen ländlichen Raum wie Südwestfalen liegen“, erklärte Theo Melcher, Landrat des Kreises Olpe und aktuell Vorsitzender des REGIONALE-Ausschusses. „Die Pandemie führt uns das Zuhause, im Job, im Verein und auch im Zwischenmenschlichen noch einmal vor Augen. Sie ermöglicht zugleich einen neuen Blickwinkel auf ländliche Räume und ein anderes Verständnis von Digitalisierung. All das ist noch einmal neuer Treibstoff für die REGIONALE 2025. Wir können mit konkreten Vorhaben Stellschrauben anpacken und unsere Region nachhaltig für die Zukunft aufzustellen.“

Über 50 Projekte sind nun schon Teil der REGIONALE 2025. Die Verantwortlichen und ihre Vorhaben werden von den Südwestfalen-Beauftragten in den fünf Kreisen sowie dem Team der Südwestfalen Agentur betreut, das die REGIONALE 2025 koordiniert. „In ganz Südwestfalen haben sich Menschen mit guten Ideen auf den Weg gemacht, um etwas vor Ort zu verbessern, sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen und so der gesamten Region zu helfen. Das Engagement ist ungebrochen“, stellen Hubertus Winterberg und Dr. Stephanie Arens von der Südwestfalen Agentur immer wieder fest. „Wie sinnvoll es ist, die Kräfte zu bündeln, zeigt auch das DiLAS. Zentral gelegen und barrierefrei geplant, packen viele Institutionen das Thema digitales Lernen und Arbeiten gemeinsam an – mit offenen Türen für Start-ups, Hochschulen und eben auch die Bürger*innen, die von all dem geballten Wissen profitieren sollen und selbst zu Taktgeber*innen für Innovationen werden können. Das kann Vorbild für andere Kommunen in der Region sein.“

Im Rahmen der REGIONALE 2025 werden noch bis mindestens Ende 2021 Ideen gesucht. Einen Überblick über alle bislang ausgezeichneten Projekte finden Interessierte auf www.suedwestfalen-agentur.com/regionale-2025/projekte

 

Quelle: Bildquelle: Stadtwerke Soest GmbH